Sanfte Hügel in der Toskana bei Certaldo, Autor: bongo vongo (bearbeitet) Sanfte Hügel in der Toskana bei Certaldo, Autor: bongo vongo (bearbeitet)

Von den Mauern des Forte Belvedere, der Bastion hoch über Florenz, das Überblick auf die prächtige Stadt ist ein wundervoller Aussichtspunkt: Alle Wahrzeichen der Stadt sind hieraus zu einem unvergleichlichen Ensemble versammelt. Im Vordergrund der Arno, dessen spiegelnde Wasserfläche immer neue Lichtwirkungen hervorzaubert. Darüber spannt sich der Ponte Vecchio, die an der schmalsten Stelle des Flusses errichtete „Alte Brücke“ mit der pittoresk überbauten Passage, in der seit dem Erlass des Großherzogs Ferdinando I. ausschließlich Goldschmiedeläden ihre Waren feilbieten dürfen. Rechts davon, der zinnengekrönten Turm des Palazzo Vecchio, dem markanten und wuchtigen Symbol für den Stolz und die Festigkeit der Florentiner.

Dom vom Michelangelo-Hügel aus gesehen - Autor: Petar Milošević (bearbeitet)

Beherrscht wird das Stadtbild jedoch vom mächtigen Bau des Doms mit seiner imposanten Kuppel und dem reich geschmückten Glockenturm. Die kunstvoll verzierte Fassade des Kirchenbaus leuchtet in weißem, grünem und rotem Marmor, darüber erhebt sich das architektonische Wunderwerk der ziegelroten Kuppel, erbaut zwischen 1420 und 1434 unter der Regie des genialen Baumeisters Filippo Brunelleschi. Florenz ist ein Traum. Es ist, als habe sich der Geist und das Selbstbewusstsein einer Epoche in Stein verewigt.
Es ist der Geist der Renaissance, der in diesen Gemäuern waltet, einer Epoche, die die Toskana zu ihrer höchsten Blüte geführt hat, sie andererseits aber immer wieder in Abgründe der Zerrissenheit stürzte, gekennzeichnet durch grausame Fehden und Kleinkriege zwischen den Städten der Region, zwischen politischen Parteien und selbst zwischen einzelnen Adelsfamilien.
Es scheint paradox, dass eine Zeit, die in so hohem Maße durch politische Zwiste und blutige Konflikte geprägt war, Künstler und Baumeister wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Botticelli, Brunelleschi oder Raffaello hervorbringen konnte. Und doch war es gerade der Tatgeist dieser Epoche mit all seinen Härten, seinen Egoismen und seinem gierigen Gewinnstreben, welcher der künstlerischen Fruchtbarkeit den Boden bereitete.

Ponte Vecchio Brücke bei Nacht - Autor: Clayton Tang (bearbeitet)

Das hoch entwickelte Stadtleben und der Reichtum des bürgerlichen Patriziats schufen eine einzigartige Atmosphäre des kreativen Aufbruchs. Von anspruchsvollen Fürsten und Kaufleuten großzügig gefördert, waren die Künstler einem enormen Konkurrenzdruck ausgesetzt, der sie zu Höchstleistungen zwang. Von anspruchsvollen Fürsten und Kaufleuten großzügig gefördert, waren die Künstler einem enormen Konkurrenzdruck ausgesetzt, der sie zu Höchstleistungen zwang.
Zum Programm wurde die Wiederentdeckung antiker Kunstprinzipien, so etwa in der Baukunst und der Bildhauerei, aber auch neue Gattungen wurden entwickelt wie die Porträtmalerei oder der Holzschnitt.
Seit der Renaissance hat sich Florenz seinen Rang als Zentrum von Kunst und Kultur bewahrt – was natürlich zur Folge hat, dass sich, besonders in den Sommermonaten, Scharen von bildungsbeflissenen Touristen durch die Museen drängen. Ein Aufenthalt in dieser Stadt bliebe unvollständig ohne zumindest den Besuch der Uffizien. Einen ganzen Tag ist benötigt, um dieses gewaltige Kunstmuseum zu besuchen.
Für die Entspannung der leichteren Art ist ein Ausflug in den Boboli-Garten empfohlen. Über hundert Jahre dauerte die Gestaltung dieser prächtigen Parkanlage, die unter dem Medici-Fürsten Cosimo I. als Lustgarten zu dem von ihm erworbenen Palazzo Pitti geplant wurde. Die klassische Anlage mit ihren künstlichen Grotten, Brunnen, Teichen und Skulpturen gehört weltweit zu den schönsten ihrer Art.

Leonardo Interactive Museum - Autor: ValentinoDeAngelis (bearbeitet)

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